Die Dritte war die Kürzeste

Liebe Parteimitglieder, liebe Interessierte

Wir freuen uns, euch die neuste Ausgabe unseres Fraktionsnewsletters zu präsentieren.

Kurz in der Dauer, aber wegweisend in mehreren Punkten: Die vergangene Parlamentssitzung gehörte zu den kürzesten in der Geschichte des Wetziker Parlaments. Dennoch wurden wichtige personelle Weichen gestellt und neue politische Impulse gesetzt. So brachte die FDP-Fraktion zwei eigene Vorstösse ins Parlament ein und unterstützte zudem die Parlamentarische Initiative für eine Stellvertretungsregelung im Parlament. Damit wurde erstmals in der Geschichte des Wetziker Parlaments dieses parlamentarische Instrument genutzt.

Nach dem Rücktritt von Gian-Luca Weber durften wir Marianne Straub wieder in unserer Fraktion begrüssen. Sie übernimmt den frei gewordenen Sitz in der Fachkommission I (FK I) und wird die Kommissionsarbeit mit ihrer Erfahrung und ihrem fundierten Fachwissen wertvoll bereichern.

Herzlich willkommen zurück, Marianne!

Gleichzeitig danken wir Gian-Luca herzlich für seinen engagierten Einsatz zugunsten der FDP und der Stadt Wetzikon. Mit seinem Wirken im Parlament und in unserer Fraktion hat er wichtige Beiträge geleistet. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute und viel Erfolg.

Herzlich, die FDP-Fraktion Wetzikon

Interpellation: Kommunale Resilienz – kritische Infrastruktur und Versorgungssicherheit der Stadt Wetzikon

Wetzikon sorgt in vielen Bereichen dafür, dass unser Alltag funktioniert: Wasser und Energie müssen verfügbar sein, Abwasser entsorgt werden, Verwaltung, Sicherheit und Schulen funktionieren. Für verschiedene Risiken und Notfälle bestehen bereits entsprechende Vorkehrungen.

Doch wie gut greifen diese einzelnen Massnahmen als Gesamtsystem ineinander?

Genau hier setzt die eingereichte Interpellation zur kommunalen Resilienz an. Denn viele städtische Leistungen sind heute voneinander abhängig. Ein Ausfall von Strom, IT oder Kommunikation kann nicht nur einen einzelnen Bereich treffen, sondern Auswirkungen auf weitere Leistungen haben. Hinzu kommen Cyberereignisse sowie längerfristig veränderte Risiken durch Hitze, Trockenheit, Starkregen oder Hochwasser.

Im Zentrum steht deshalb nicht die Forderung nach neuen Strukturen oder zusätzlichen Massnahmen. Vielmehr soll sichtbar werden, wie Wetzikon heute aufgestellt ist: Welche Risiken und gegenseitigen Abhängigkeiten sind bekannt? Welche Leistungen müssen auch in einer ausserordentlichen Lage funktionieren und wie lange können sie aufrechterhalten werden? Wie sind Zuständigkeiten, Kommunikation und Notfallversorgung organisiert? Und fliessen solche Erkenntnisse auch langfristig in die Erneuerung und Planung unserer Infrastruktur ein?

Die Interpellation soll damit erstmals eine übergeordnete Sicht ermöglichen: Was haben wir bereits, wie gut spielt es zusammen – und gibt es Bereiche, bei denen genauer hingeschaut werden sollte?

Denn kommunale Resilienz bedeutet nicht, auf jedes denkbare Ereignis vorbereitet zu sein. Sie bedeutet, die eigenen Verwundbarkeiten zu kennen und dafür zu sorgen, dass zentrale Leistungen auch in ausserordentlichen Situationen möglichst lange aufrechterhalten werden können.

Julia Wüst (juliawuest@bluewin.ch)

Parlamentarische Initiative: Stellvertretung im Parlament

Ein politisches Engagement übernimmt man für vier Jahre – das Leben lässt sich aber nicht für vier Jahre vorausplanen. Eine Schwangerschaft und Geburt, eine längere Krankheit oder ein Unfall können dazu führen, dass ein Parlamentsmitglied sein Mandat vorübergehend nicht wahrnehmen kann. Heute bedeutet das: Der Sitz bleibt während dieser Zeit faktisch unbesetzt – oder das Mandat wird ganz aufgegeben.

Genau hier setzt die parlamentarische Initiative von Natascha Blumer an. Sie will auch in Wetzikon eine zeitlich begrenzte Stellvertretung ermöglichen. Eine Ersatzperson der gleichen Wahlliste könnte das Mandat während der Abwesenheit übernehmen, bevor das gewählte Mitglied wieder zurückkehrt.

Das Parlament hat die Initiative überwiesen. Damit wird nun eine konkrete Vorlage ausgearbeitet.

Wir von der FDP-Fraktion haben die Initiative unterstützt und uns auch aktiv in deren Ausarbeitung eingebracht. Denn ein Milizparlament lebt davon, dass Menschen bereit sind, sich neben Beruf und Familie für ihre Stadt zu engagieren. Dieses Engagement sollte nicht daran scheitern, dass das Leben für einige Monate anders läuft als geplant.

Gleichzeitig geht es um mehr als die betroffene Person: Auch die Wählerinnen und Wähler sollen während einer längeren Abwesenheit weiterhin im Parlament vertreten sein.

Eine einfache Stellvertretungsregelung schafft dafür eine pragmatische Lösung – und macht unser Milizsystem ein Stück alltagstauglicher.

Julia Wüst (juliawuest@bluewin.ch)

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